wissenschaftspolitik.
spezialausgabe in der forschung von mitgliedern der bbaw und der jungen akademie.

18 Aug

Mitglieder der interdisziplinären Arbeitsgruppe Exzellenzinitiative der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Arbeitsgruppe Wissenschaftspolitik der Jungen Akademie haben gemeinsam eine Spezialausgabe der Zeitschrift Forschung: Politik – Strategie – Management gestaltet. Auf Basis zahlreicher gemeinsamer Diskussionen sind Texte zur Finanzierung von Wissenschaft, der Governance im Hochschulsystem, der Exzellenz von Wissenschaft, zum wissenschaftlichen Nachwuchs und zur Familienfreundlichkeit der Hochschulen entstanden.

Weitere frei zugängliche Informationen zur Spezialausgabe inklusive einer Einführung von Stephan Leibfried und Ute Tintemann finden sich hier.
Zugriff auf die vollständige Spezialausgabe inklusive aller Texte gibt es hier.

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Die Junge Akademie wurde im Jahr 2000 als weltweit erste Akademie für herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ins Leben gerufen. Ihre Mitglieder stammen aus allen wissenschaftlichen Disziplinen sowie aus dem künstlerischen Bereich – sie loten Potenzial und Grenzen interdisziplinärer Arbeit in immer neuen Projekten aus, wollen Wissenschaft und Gesellschaft ins Gespräch miteinander und neue Impulse in die wissenschaftspolitische Diskussion bringen. Die Junge Akademie wird gemeinsam von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina getragen. Weitere Informationen zur Jungen Akademie gibt es hier: http://www.diejungeakademie.de

psychologie heute-blog.
über die suche nach einem neuen zuhause.

15 Aug

Blick vom Klunkerkranich

Wir sitzen im Klunkerkranich, einer Mischung aus Café, Club und Kleingartenanlage auf der höchsten Ebene eines Neuköllner Parkhauses und schauen über die Dächer Berlins. So viele Dächer, mit so vielen Wohnungen darunter, da muss doch eine Passende für mich dabei sein, denke ich. Die Wohnungssuche in Berlin gleicht allerdings, das ist kein Geheimnis, einer Odyssee. Und fördert in meinem Fall eine grundlegende Unsicherheit zutage. [Dieser Text erschien zuerst im Blog der Psychologie Heute und kann seit Dezember 2017 nun auch hier gelesen werden.]

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Wir sitzen im Klunkerkranich, einer Mischung aus Café, Club und Kleingartenanlage auf der höchsten Ebene eines Neuköllner Parkhauses und schauen über die Dächer Berlins. So viele Dächer, mit so vielen Wohnungen darunter, da muss doch eine Passende für mich dabei sein, denke ich. Die Wohnungssuche in Berlin gleicht allerdings, das ist kein Geheimnis, einer Odyssee. Und fördert in meinem Fall eine grundlegende Unsicherheit zutage.

Multiple Wohnungsbesichtigungen liegen hinter mir, die oft so ablaufen, wie ich mir Blind Dates vorstelle: Man gibt sich gut gelaunt und nachsichtig (ein großer Brandfleck im Wohnzimmer? Kein Problem!), legt detaillierte Informationen zur familiären und finanziellen Situation auf den Tisch und verabschiedet sich mit dem Versprechen „Ich melde mich!“.

Dann vielleicht doch lieber kaufen statt mieten, denke ich. Die potentielle Lieblingswohnung wird allerdings mit den Worten beworben: „Gentrifizierung eines coolen Kiezes – das kann man eigentlich niemandem vorwerfen!“ Es scheint, als müsse man vor dem Wohnungskauf noch kurz den Idealismus überwinden. Davon abgesehen stimmt vieles daran. Und auch meine Klunkerkranich-Begleitung meint, die drei wichtigsten Merkmale einer guten Wohnung seien: Lage, Lage, Lage. Insofern alles passend.

Ich kann mich dennoch nicht zu einer Entscheidung durchringen und das ist ungewöhnlich, weil ich – wie die regelmäßigen Lesenden dieses Blogs wissen – eigentlich entscheidungsfreudig bin. Normalerweise sammle ich alle erdenklichen Informationen und lasse dann meine Intuition, mein informiertes Gefühl, entscheiden. Aber mit meinem Gefühl stimmt etwas nicht, es legt sich dieses Mal nicht fest.

Das eigentliche Problem bringt dann meine Tochter auf den Punkt, die feststellt, dass ich eine solche Wohnung bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag abbezahlen müsste, nämlich länger als ich bisher lebe. Das dürfte eigentlich kein Problem sein, schließlich lebe ich in einer Stadt, die ich liebe, habe hier einen unbefristeten Job, den ich liebe, was soll da schon passieren. Alles Mögliche kann passieren, warnt mein Gefühl, und malt sich ungeahnte Lebenswege aus.

In der Psychologie werden solche Unsicherheiten als ein Aspekt der Identitätsfindung beschrieben. Zwar entwickelt sich die Identität meist bereits im Laufe des jungen Erwachsenenalters, das ich mit meinem 30. Geburtstag bereits überschritten habe, aber in einer Welt der scheinbar unbegrenzten Möglichkeitenkommt dieser Selbstfindungsprozess immer später zum Erliegen, wenn überhaupt. Denn die Vielzahl an Möglichkeiten regt das Überdenken sozialer Rollen an, den Aspekt der sogenannten reconsideration, das Hinterfragen des Bestehenden und die Suche nach Alternativen. Erst, wenn im Detail ausprobiert und exploriert wurde, fühlen sich viele Menschen in der Lage sich festzulegen, sogenanntes commitment zu zeigen.

Ein stabiles Identitätsgefühl hilft Menschen dabei ihr Leben als einheitlich, zielgerichtet und sinnhaft zu erleben und ist das Resultat eines mehrjährigen Entwicklungsprozesses. Vielleicht möchte mir mein Gefühl mit seiner Unsicherheit also nahelegen, dass es sich noch im Explorationsmodus befindet. Vielleicht unterliege ich aber auch einfach dem Charme Berlins, das bisher immer wieder für glücksbringende Überraschungen gesorgt hat. Oder ich bin doch eher der Typ „Mieterin“. Wer weiß das schon. Ich bin gespannt, wie sich mein Gefühl entscheidet.

Zum Weiterlesen

Elisabetta Crocetti, Monica Rubini und Wim Meeus (2008). Capturing the dynamics of identity formation in various ethnic groups: Development and validation of a three-dimensional model. Journal of Adolescence, Vol. 31, S. 207-222.

Dan P. McAdams und Bradley D. Olson (2010). Personality development: Continuity and change over the life course. Annual Review of Psychology, Vol. 61, S. 517-542.

Rita Zukauskiene (2016). Emerging adulthood in a European context. London/New York: Routledge.

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Seit Juli 2014 veröffentlicht die populärwissenschaftliche Zeitschrift Psychologie Heute einen Blog mit dem Titel ‚Der psychologische Blick‘. Jeden zweiten Dienstag schreibt darin eine von derzeit vier KolumnistInnen – und ich bin eine davon – über aktuelle Themen aus Alltag, Gesellschaft und Wissenschaft.

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über gewonnene zeit.

19 Jun

Foto von Stefanos Papachristou

Zeit ist eine wertvolle Ressource. Statt sie zu verlieren oder zu verschwenden versuchen wir deshalb meist Zeit zu gewinnen und unsere Zeitnutzung zu optimieren. Obwohl dieses Ziel verbreitet ist, sind die Wege dorthin divers und führen über strikte Zeitpläne, die Beschränkung auf Gelegentlichkeit oder die subjektive Zeitdehnung. [Dieser Text erschien zuerst im Blog der Psychologie Heute und kann seit Dezember 2017 nun auch hier gelesen werden.]

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Dieser Text beginnt in Kopenhagen, auf dem Flughafen. Air Berlin verspätet sich und die damit verlorene Zeit schmerzt, denn sie war für diesen Text verplant. Aber was heißt das schon ‚verlorene Zeit’, in dieser digitalen Welt, in der ein Arbeitsplatz – auch meiner – in vielen Fällen nur Strom und WLAN braucht. Beides ist da und so geht die Zeit nun doch nicht beim Warten verloren. Das kann man sich ohnehin kaum leisten, schließlich ist die Zeit zu einer der wertvollsten Ressourcen geworden.

Zeit zu gewinnen ist also das Ziel. Vor wenigen Jahren schlug ich dafür vor, die Schlafdauer zu optimieren (das heißt zu reduzieren). Mittlerweile schlafe ich länger und habe das Gefühl, dadurch (ausgeschlafene) Lebenszeit zu gewinnen. Diesen Ansatz, Zeit zu gewinnen, in dem Prioritäten neu bewertet werden, verfolgt auch Cal Newport. Er empfiehlt: „Do very few things, but be awesome at them.“ Qualität statt Quantität also. Klappen soll das mit strikten Zeitplänen, die jeder Stunde der Woche eine Aufgabe zuordnen und damit dem ambitionierten Überschwang realistische (Zeit-)Grenzen aufzeigen.

Newports Beobachtung nach sagen Menschen nämlich zu viele Dinge zu. Das führt zu überfüllten To-do-Listen, die wiederum Stress und mittelprächtige Leistung begünstigen. Denn paradoxer Weise widmen sich viele – sind sie mit einer kaum zu bewältigenden Menge an Anforderungen konfrontiert – der Bearbeitung einfacher, schnell bearbeitbarer Tätigkeiten. Eben jenen Tätigkeiten, die meist eher Zeit verschwenden als sie zu nutzen. Newport meint, wir sollten stattdessen eine lange Liste an Dingen, die wir gern tun (aber nicht schaffen) aufgeben zugunsten eines kurzen Zeitplans mit den Dingen, die wir unbedingt tun möchten.

Es geht aber auch ganz anders. Statt die Woche am Montagmorgen in handhabbare Portionen zu zerstückeln, propagiert Stephan Porombka die Gelegentlichkeit. Auch er meint, man könne ja nicht alles erledigen, nicht alles haben, lesen, schreiben, posten, kommentieren. Und er folgert daraus für die Artisten der Gelegentlichkeit: „Das Beste ist, man wartet auf Gelegenheiten. Und wenn sie da sind, macht man was Schönes draus.“ Offenheit für Spontaneität also statt Plan und Struktur. Unverhofftes, kleines Glück statt große Lebensoptimierung.

Oder man nutzt die subjektive Zeitdehnung: Die Zeit fliegt, wenn viel zu tun ist, bei wenig Emotionen und wenn man die Zeit vergisst, wie beim Flow. Und die Zeit dehnt sich bei wenig Hektik, auch bei starken Emotionen oder wenn die Aufmerksamkeit auf der Zeit liegt. Verknüpft ist das subjektive Zeitempfinden mit einem Paradoxon: Vergeht die Zeit im Moment schnell, erscheint sie uns in der Erinnerung oft lang. Denn rückblickend sind die Lebensphasen lang, in denen wir viele Erinnerungen gesammelt haben, in neuen, wenig gewohnten Situationen.

Wir gewinnen also (gefühlte) Zeit durch Veränderungen im Leben. Tatsächlich: Wie oft bin ich in den letzten Monaten durchs Leben gehetzt, bin erst zu einem neuen Job nach Lübeck gependelt und dann zu einem neuen Job nach Berlin gewechselt, habe neue Freunde und Kolleginnen kennengelernt, neue Lieblingsbeschäftigungen entdeckt und neue Gewohnheiten etabliert. Es war nie Zeit, aber im Rückblick kommt mir das vergangene Jahr wie eine Ewigkeit vor. Denn ob geplant oder spontan: Reich an Zeit ist (in gewisser Weise) diejenige, die reich ist an Veränderungen und an Erinnerungen.

Zum Weiterlesen

Eric Barker (2014). How to be the most productive person in your office — and still get home by 5:30 p.m. The Week.

Stephan Porombka (2015). Komm ich heut nicht, komm ich morgen. Die Zeit, 51.

Marc Wittmann (2016). Gefühlte Zeit: Kleine Psychologie des Zeitempfindens (4. Auflage). München: Verlag C. H. Beck.

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über den wunsch nach irritation.

25 Apr

„March

Bild von Bernd Wannenmacher – entstanden beim March for Science in Berlin

Ich liebe (scheinbare) Widersprüche: Einerseits für freie Wahlen zu sein und andererseits für Entscheidungen per Los. Für Feminismus und den Schutz des ungeborenen Lebens. Für Umweltschutz und für Spaß am Autofahren. „Die Welt ist kompliziert, gerade deshalb ist sie schön“, finden die InitiatiorInnen des March for Science Berlin. Und ich auch. Aber statt Komplexität und Widersprüche auszuhalten gibt es eine ‚Kultur der Irritationsvermeidung‘, meint Peter Strohschneider. Hoffentlich ändert sich das bald, schließlich sind mit den sozialen Medien die Gegenargumente heutzutage mit einem Klick erreichbar. [Dieser Text erschien zuerst im Blog der Psychologie Heute und kann seit Dezember 2017 nun auch hier gelesen werden.]

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Kürzlich traf ich mich mit einer Bundestagsabgeordneten. Noch ganz beseelt vom inspirierenden Gespräch über Politik und die Welt, las ich auf dem Rückweg das Buch Gegen Wahlen des niederländischen Autors David van Reybrouck in dem – im starken Kontrast zum vorherigen Gespräch – Abstimmungen für undemokratisch erklärt werden. Auch davon fühlte ich mich inspiriert. Ich liebe diese scheinbaren Widersprüche: Einerseits schlägt mein Demokratinnen-Herz höher, wenn sich, wie bei der letzten Landtagswahl in Berlin, wegen großen Andrangs lange Schlangen vor den Wahlkabinen bilden. Andererseits überzeugen mich die Vorteile einer deliberativen Demokratie, in der geloste statt gewählte Bürgerinnen und Bürger entscheiden.

Unter dem Label Diversity wird momentan laut für die vielfältige Zusammensetzung von Entscheidungsgremien gekämpft, zum Glück immer erfolgreicher. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass es eine sinkende Diversität innerhalb von Personen gibt. Aber ich möchte für Feminismus sein können und gleichzeitig für den Schutz des ungeborenen Lebens. Ich möchte für Umweltschutz sein und gleichzeitig anerkennen können, dass Autofahren Spaß macht. Ich möchte Angela Merkel weiterhin übelnehmen können, dass sie sich 2003 für den Irakkrieg ausgesprochen hat und gleichzeitig ihr „Wir schaffen das!“ wertschätzen.

„Die Welt ist kompliziert, gerade deshalb ist sie schön“, steht im Leitbild des March for Science Berlin, der am Samstag nicht nur dort, sondern in zahlreichen Städten weltweit viele Menschen auf die Straße zog. Stimmt, aber diese Komplexität mit ihren Widersprüchen auszuhalten ist nicht selbstverständlich. Peter Strohschneider, Präsident einer wichtigen Forschungsförderungsorganisation, spricht in diesem Zusammenhang von einer „Kultur der Irritationsvermeidung“: Als Reaktion auf eine komplexe Welt verfallen immer mehr Menschen dem Populismus, der mit einfachen Antworten von Komplexität und Irritationen entlastet.

Den sozialen Medien wird bei der Irritationsvermeidung eine zentrale Rolle zugesprochen. Statt morgens eine Tageszeitung zu überfliegen, um diverse Perspektiven auf das Weltgeschehen abzugreifen, verlören wir uns in den Echokammern von Twitter, Facebook und Co. Aber natürlich sind auch viele Print-Medien auf eine bestimmte Leserschaft ausgerichtet, bieten also nicht notwendigerweise diverse Perspektiven. Dem kann man gezielt entgegenwirken und beispielsweise bei linker politischer Überzeugung die F.A.Z. abonnieren und bei konservativer Einstellung die taz, um sich so auch mit den Argumenten der Gegenseite auseinanderzusetzen.

Via sozialer Medien sind die Argumente von Personen mit anderen politischen Einstellungen und Überzeugungen dagegen nur einen Klick entfernt. Tatsächlich zeigten Bakshy und Kollegen, dass es nicht auf Filterblasen zurückzuführen ist, dass Menschen bei Facebook vor allem auf Meldungen Gleichgesinnter treffen, sondern auf die Wahl ihres sozialen Netzwerks. Es ist also nicht der Algorithmus einer Onlineplattform, der uns immer wieder mit einseitigen Postings in unseren Einstellungen bestärkt. Vielmehr ist es unser soziales Netzwerk, das uns online und offline prägt. Insofern können Online-Medien den Zugang zu diverseren Meinungen sogar erleichtern.

Das Bedürfnis, Irritationen zu vermeiden, wird in der Psychologie mit „Intoleranz gegenüber Ambiguität“ beschrieben. Personen mit einer solchen Intoleranz empfinden mehrdeutige, unklare Situationen als bedrohlich. Sie neigen dazu, wenig offen für unterschiedliche Perspektiven zu sein und im Zweifel am Status quo festzuhalten. Die Suche nach schnellen, klaren Antworten stärkt jedoch alte Stereotype statt informierte Abwägungen. Da (fast) alles ein für und wider hat, sollten wir uns irritieren lassen, von der Papier-Zeitung, den Andersdenkenden und – nur einen Klick entfernt – in den sozialen Medien. Denn Widersprüche sind real und sie sind wertvoll.

Zum Weiterlesen

Eytan Bakshy, Solomon Messing, & Lada A. Adamic (2015). Exposure to ideologically diverse news and opinion on Facebook. Science, 348, 1130-1132.

John T. Jost, Jack Glaser, Arie W. Kruglanski & Frank J. Sulloway (2003). Political conservatism as motivated social cognition. Psychological Bulletin, 129, 339-375.

David Van Reybrouck (2016). Gegen Wahlen: Warum Abstimmen nicht demokratisch ist. Göttingen: Wallstein Verlag.

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druckfrisch!
neues buch zur persönlichkeitsentwicklung.

23 Apr

Specht_Personality across the lifespan

Da ist es! Frisch gedruckt hat die Post mir diese Woche mein neues Buch zur Persönlichkeitsentwicklung über die Lebensspanne überreicht. Wobei ‚mein‘ hier nicht passt: Insgesamt 59 Personen, alle ExpertInnen bei der Erforschung von Persönlichkeitsentwicklung, haben daran mitgewirkt und gemeinsam haben wir auf 588 Seiten insgesamt 33 Kapitel gefüllt. Gab’s vorher noch nicht, einen so umfassenden Überblick zu meinem Lieblingsforschungsgebiet und deshalb freue ich mich ganz besonders. Auch darüber, dass man die Forschungsergebnisse, die in meinem Fall so selten ‚greifbar‘ im ursprünglichen Sinne sind, sich in Form eines gedruckten Buchs dann aber ausnahmsweise doch mal anfassen lassen. Fühlt sich gut an!

loving_diversity

Auch schön: Die Beteiligten sind so bunt wie das Forschungsfeld – 29 Frauen und 30 Männer, davon momentan tätig an Forschungsinstitutionen in den USA (21), Deutschland (18), den Niederlanden (5), der Schweiz (5), Belgien (4), Kanada (3) und Großbritannien (3). Der Verlag bewirbt das eben erschienene Buch schon mit ‚1st Edition‘, als wäre eine überarbeitete Auflage bereits geplant. Wenn diese kommen sollte, dann wären weitere Beteiligte, die außerhalb Nordamerikas und Europas tätig sind, eine willkommene Ergänzung. Bis dahin erwarten Interessierte aber viele gemütliche Lesestunden!

Einen Überblick über die Kapitelthemen und AutorInnen gibt es hier: PDF
Und bestellen lässt sich das Buch hier: Buch kaufen

psychologie heute-blog.
über einen neuen namen.

27 Feb

Bild von Thang Le

Bild von Thang Le

Ich habe meinen Namen ändern lassen. Nun heiße ich auch offiziell Jule Specht. Nicht nur wie bisher für Freunde, Kolleginnen und die Öffentlichkeit, sondern so steht es jetzt auch im Pass. Damit passt nun mein Identitätsgefühl zu meiner offiziellen Identität. Und eine unkonventionelle anti-aging-Maßnahme ist das außerdem, denn mein verkürzter Vorname ist deutlich jünger als ich. Insofern kann ich Baptiste Coulmont nur zustimmen, wenn er schreibt: „Name changes are good examples of identity changes.“ [Dieser Text erschien zuerst im Blog der Psychologie Heute und kann seit Dezember 2017 nun auch hier gelesen werden.]

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Ich habe meinen Namen ändern lassen. Nun heiße ich auch offiziell Jule Specht. Nicht nur wie bisher für Freunde, Kolleginnen und die Öffentlichkeit, sondern so steht es jetzt auch im Pass. Vorher habe ich etwa zwei Jahre lang abgewogen. Bis ich dann im Dezember mit einem Lieblingsfreund auf Gran Canaria war, wir aufs Meer schauend die Argumente wälzten und er schließlich feststellte, dass er wohl vor einer Namensänderung zurückschrecken würde, es aber zu mir passt, das durchzuziehen, was ich für richtig halte. Stimmt. Und so wurde ein Neujahrsvorsatz noch vor dem Frühlingsanfang in die Tat umgesetzt.

Einfach ist das nicht, denn das Recht auf Vornamensgebung liegt bei den Eltern. Zum Glück kann ein mehrseitiges Begründungsschreiben den zuständigen Mitarbeiter beim Standesamt überzeugen. Dennoch bleibt ein ungutes Gefühl bei einer so persönlichen, identitätsstiftenden Angelegenheit wie dem eigenen Namen vom Wohlwollen anderer abhängig zu sein. Konflikte zwischen dem eigenen Identitätsgefühl und der offiziellen Identität riskieren nämlich eine identity confusion. Diese wiederum kann nach Theo Klimstra und Lotte van Doeselaar eine ernste psychische Belastung werden.

Als die Mitarbeiterin im Bürgerbüro mir einen neuen Pass bestellt, fügt sie hinzu, sie hätte bei der Gelegenheit gleich den Nachnamen mit geändert, der sei ja mittlerweile auch irgendwie obsolet. Stimmt einerseits: Schließlich ist es der Nachname einer großen, aber vergangenen Liebe. Aber deshalb nach über zehn Jahren wieder den Mädchennamen annehmen? Was macht das mit einer weiblichen Identität, wenn man vom Nachnamen des Vaters zum Nachnamen des Ehemannes wechselt und sich von beiden emanzipiert? Deshalb andererseits: Der Name gehört zu mir, keine Identitätskonfusion in Sicht, der bleibt.

Wobei, am liebsten wäre es mir ja, es gäbe – wie im öffentlichen Nahverkehr – eine Art Vierfahrten-Karte für die Namensänderung. Man könnte neue Identitäten ausprobieren statt in alten sozialen Rollen festzuhängen und, sollten sich diese bewähren, diese mit einer Namensänderung besiegeln. In einem schönen Artikel im Süddeutsche Zeitung Magazin gibt der Psychologe Dieter Frey allerdings zu bedenken: „Wenn ich die Chance habe, nur ich sein zu dürfen – wäre das ein Dauerzustand, oder hole ich nur bestimmte Defizite nach, die im Alltag zu kurz kommen?“

Eine vorübergehende Identität um Defizite auszugleichen? Gern, ich sprühe nur so vor Defiziten, die ich gern mal überwinden würde. Und so sitze ich mit Max, einem Freund, in einer Kreuzberger Bar und designe neue Identitäten. Später traue ich mich dann aber doch nicht diese auszuprobieren. Für die Vornamensverkürzung reicht der Mut jedoch noch. Und obwohl mir dieses Bedürfnis individuell vorkommt, ist es das nicht. Laut Baptiste Coulmont gibt es vor allem drei Gründe dafür: (1) Anpassung an eine neue Kultur, (2) Anpassung an eine neue geschlechtliche Identität und (3) Verjüngung.

Tatsächlich wurde mein neuer Name erst 10 Jahre nach meiner Geburt populär. Kein Einzelfall, wie Coulmont zeigt: Die neuen Namen sind im Mittel etwa 25 Jahre jünger als die ursprünglichen Namen. Eine Art anti-aging-Maßnahme für die Identität, könnte man sagen. Das ist natürlich nur ein kleiner Aspekt des Namensänderungsbedürfnisses, aber ein interessanter, da ich mir doch oft zu alt für mein Alter vorkomme. Nun aber nicht mehr, schließlich hat kürzlich auch ein Lieblingskollege eine Tochter mit dem Namen ‚Jule’ bekommen. Ich bin namenstechnisch ganz offensichtlich im Jetzt angekommen.

Zum Weiterlesen

Baptiste Coulmont (2014). Changing one’s first name in France: A fountain of youth?. Names, 62, 137-146.

Theo A. Klimstra und Lotte van Doeselaar (im Druck). Identity formation in adolescence and young adulthood. In J. Specht (Editorin), Personality development across the lifespan. San Diego: Elsevier.

Susanne Schneider (2017). Wer ich wäre. Süddeutsche Zeitung Magazin, 4.

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Seit Juli 2014 veröffentlicht die populärwissenschaftliche Zeitschrift Psychologie Heute einen Blog mit dem Titel ‚Der psychologische Blick‘. Jeden zweiten Dienstag schreibt darin eine von derzeit vier KolumnistInnen – und ich bin eine davon – über aktuelle Themen aus Alltag, Gesellschaft und Wissenschaft.

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über einen verschwundenen.

2 Jan

Bild von Tiger Pixel

Bild von Tiger Pixel

Mein alter Schulkamerad V. ist seit fünf Jahren unauffindbar. Kann ich mir kaum vorstellen, in dieser digital age. So analog kann man doch gar nicht sein, dass man einfach so verschwindet, denke ich. Oder? Gibt es die noch, die letzte analoge Bastion? Wo ist das und wer scheut die digitale Bühne in social media? Und vor allem: Wo ist V.? [Dieser Text erschien zuerst im Blog der Psychologie Heute und kann seit Dezember 2017 nun auch hier gelesen werden.]

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Ich stehe an einem einsamen Bahngleis im schleswig-holsteinischen Nowhereland und warte auf meinen Zug nach Berlin. Der einzige Mitwartende ist ein junger Mann mit Fahrrad, der mir etwas zu tief in die Augen schaut, als dass ich das so einfach ignorieren kann. Und tatsächlich, ich erinnere mich, es ist Robert, ein alter Schulkamerad, mit dem ich vor elf Jahren mein Abitur machte. So ein Zufall! Während der anschließenden Zugfahrt reden wir über die gemeinsame Zeit und die Jahre danach und kommen auf unseren Schulkameraden V. zu sprechen, der, so stellt sich heraus, seit fünf Jahren unauffindbar ist.

Kann ich mir kaum vorstellen, in dieser digital age. So analog kann man gar nicht sein, dass man einfach so verschwindet, denke ich. Google, Facebook, Twitter und Co helfen nicht weiter, wäre ja auch zu einfach gewesen. Fast vergessene Schulfreunde tauchen dort auf, doch bei allen verläuft sich V.’s Spur im Oktober 2011. Alte Telefonnummern und Mailadressen führen ins Leere, auch die Telefonauskunft weiß nicht weiter. Eine Freundin fährt bei seiner alten Adresse vorbei, aber seine Familie ist vor Jahren aus der Stadt gezogen.

Mit Florian, einem Freund, sitze ich in Lübecks alter Mühle und frage nach Rat: Kann man in heutiger Zeit wirklich verschwinden, in eine analoge Welt abtauchen? Oder ist V. unauffindbar, weil es ihn nicht mehr gibt, weder digital noch analog? Die Sorge wächst, ich fange an, Todesanzeigen zu screenen. Florian erzählt von einem ehemaligen Kommilitonen, ein schillernder Typ mit Cabrio, der plötzlich nicht mehr im Seminar saß, dafür im Gefängnis, wegen Drogenhandels. Auch er ein Verschwundener, denn im Gefängnis gibt es kein social media, vielleicht eine letzte analoge Bastion?

Nun will ich V. wirklich finden, schon um mein ungutes Gefühl zu beruhigen. Ich frage meinen alten Tango-Tanzpartner, der bei der Bundespolizei arbeitet. Ist V. im Gefängnis oder gewaltsam gestorben, dann müsste er davon wissen. Er weiß von nichts. Eine Andeutung, die Hoffnung macht. Ein befreundeter Journalist empfiehlt in klassischer Recherche-Manier das Bürgeramt. Melderegisteranfragen gehen dort nur per Post oder Fax (hello digital age!), manchmal reicht viel Charme. Es dauert trotzdem ewig, denn für jeden neuen Wohnort ist ein anderes Bürgeramt zuständig.

Irgendwann lande ich in der sächsischen Pampa. Eine vergnügte Sachbearbeiterin teilt mir per Mail mit, sie dürfe nichts sagen, das ginge nur per Post, sie sei aber guten Mutes. Und sie gratuliert herzlich zum neuen Job und den beiden (nicht so neuen) Kindern, sie lese jetzt nämlich meinen Blog. Was für ein Kontrast zwischen mir, der Suchenden, die regelmäßig fast schamfrei über Persönliches schreibt und V., seit fünf Jahren unauffindbar. Doch dann kommt der Brief: V. lebt, in einem kleinen Ort bei Chemnitz, wie sich herausstellen wird, gesund und munter.

Eine große Erleichterung! Es gibt sie also noch, die nur scheinbar Verschwundenen, die Analogen. Ich lese bei Tracii Ryan und Sophia Xenos, es seien vor allem die Gewissenhaften und Schüchternen, die auf die digitale Bühne in social media verzichten. Aber David Hughes und Kollegen relativieren, diese Persönlichkeitsunterschiede werden kleiner, weil hierzulande mittlerweile quasi alle online seien. Zumindest bleiben die Analogen verschont von social bots und psychological targeting, vielleicht sind sie die Einzigen, die noch unmanipuliert durchs Leben gehen. Aber unauffindbar, das sind sie nicht, wenn man sie sucht.

Zum Weiterlesen

Wolfie Christl und Sarah Spiekermann (2016). Networks of control: A Report on Corporate Surveillance, Digital Tracking, Big Data & Privacy. Wien: facultas.

David J. Hughes, Moss Rowe, Mark Batey und Andrew Lee (2012). A tale of two sites: Twitter vs. Facebook and the personality predictors of social media usage. Computers in Human Behavior, Vol. 28, S. 561-569.

Tracii Ryan und Sophia Xenos (2011). Who uses Facebook? An investigation into the relationship between the Big Five, shyness, narcissism, loneliness, and Facebook usage. Computers in Human Behavior, Vol. 27, S. 1658–1664.

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über schwere entscheidungen und glückliche zufälle.

7 Nov

foto_von_pauli_antero

Foto von Pauli Antero

Wir treffen eine Vielzahl von grundlegenden Lebensentscheidungen unter großer Unsicherheit. Manchmal hilft die Intuition dabei und berücksichtigt sowohl vernünftige Abwägung als auch emotionale Präferenzen. Aber was, wenn die Intuition ratlos ist? Soll dann der Kopf entscheiden? Oder der Zufall? Mein Plädoyer: Im Zweifel immer die Veränderung wagen! [Dieser Text erschien zuerst im Blog der Psychologie Heute und kann seit Dezember 2017 nun auch hier gelesen werden.]

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Kürzlich musste ich eine grundlegende Lebensentscheidung treffen: Ich bekam eine Stelle in Lübeck angeboten, gleichzeitig tat sich eine vielversprechende berufliche Chance in Berlin auf. Was für ein Glück, was für ein Hochgefühl! Nun lagen zwei Lebenswege vor mir und ich musste eine folgenschwere Entscheidung treffen. Eine Woche habe ich abgewartet: Meist klärt das meine Intuition nach einiger „Bedenkzeit“ von selbst. Nicht in diesem Fall, sie war ratlos. Also half der Kopf nach: Ich holte alle erdenklichen Informationen ein, sprach mit alten und neuen Kolleginnen und Kollegen und mehreren Lieblingsmenschen. Letztendlich fiel die Wahl auf Lübeck.

Es kam dann ganz anders als erwartet. Gute Gründe für Lübeck lösten sich in Luft auf, dafür taten sich neue gute Gründe auf. „Man kann nie so kompliziert denken, wie es plötzlich kommt“, wusste schon Willy Brandt, wenn man dem – mit Zitaten gespickten – Flur in dem Lübecker Hotel glaubt, in dem ich zurzeit die erste Wochenhälfte verbringe. Da ist dann Intuition gefragt: Ein Geistesblitz als eine Mischung aus kühler Logik und heißen Gefühlen, der mit einer plötzlichen Einsicht die Entscheidung erleichtert, meint Wolf Lotter. Aber was, wenn der Geistesblitz ausbleibt?

Neulich wurde ich gefragt, warum ich in Münster studiert habe. Auch das war eine grundlegende Lebensentscheidung und ich war offen für alles, das Bauchgefühl also keine Entscheidungshilfe. Bei der Suche nach einer Antwort stoße ich auf alte Dateien aus dem Sommer 2004, meinem letzten Schulferiensommer. Ich habe damals anscheinend quasi alle Psychologie-Studienordnungen gelesen und meine Studienortwahl nach einem komplexen Entscheidungsschema getroffen, das die Schwerpunktfächer, Größe der Stadt, Entfernung zu den Eltern (nicht zu nah und nicht zu fern) und diverse Hochschulrankingsbeinhaltete. Heraus kam die Entscheidung für Münster – eine gute Entscheidung, aber wirklich besser als alle anderen?

Mit einem guten Freund sitze ich im eins44 in Neukölln, er lädt mich zur Feier der Lübeck-Zusage zum Essen ein. Und wir reden über meine Entscheidung für Lübeck trotz meiner Liebe zu Berlin. Er findet, es werden häufig falsche Entscheidungen getroffen, vielleicht nicht in diesem Fall, aber andernorts: Bei Stellenbesetzungen oder dem Verteilen von Forschungsgeldern zum Beispiel. Insofern hat er Sympathie dafür, den Zufall entscheiden zu lassen. Die Welt ist sowieso unvorhersehbar (vielleicht zum Glück!). Und die Vernunft kann zwar im Vorhinein mit viel Mühe Informationen sammeln und abwägen, ist dann aber doch unwissend und – schlimmer noch – systematisch verzerrt.

Steven Levitt war anscheinend ähnlicher Ansicht und nutzte den Zufall in einem Feldexperiment: Unentschlossene Menschen ließ er online zu einer wichtigen Lebensentscheidung eine Münze werfen. 20.000 Münzwürfe später zeigte sich: Die Unentschlossenen nehmen die Zufallsempfehlung ernst und diejenigen, die sich für eine Veränderung entschieden, waren ein halbes Jahr später glücklicher als diejenigen, die sich (vorerst) gegen eine Veränderung entschlossen. Statt den Zufall entscheiden zu lassen, empfiehlt Levitt den Unentschlossenen nun: „Wenn Sie sich nicht entscheiden können, sollten Sie das Neue wählen“.

Ob das Eingehen einer exklusiven Beziehung oder das Beenden einer ebensolchen, die Suche nach dem Studienort oder eine berufliche Weiterentwicklung, wir treffen eine Vielzahl von grundlegenden Lebensentscheidungen unter großer Unsicherheit. Meist ist völlig unklar, wie die Zukunft wird, was sie nur begrenzt rational zugänglich macht. Welche Entscheidung auch getroffen wird, viel wichtiger scheint mir, überhaupt Entscheidungen zu treffen. Denn keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung und vielleicht die schlechteste von allen Alternativen. Ich selbst lege mich deshalb gern fest. Aber gern immer wieder neu. Im Zweifel bin ich eigentlich immer für Veränderung. Aber auch das kann sich natürlich verändern.

Zum Weiterlesen

Die Junge Akademie (2015). Zufall – Wem fällt was zu?. Junge Akademie Magazin.

Levitt, S. D. (2016). Heads or tails: The impact of a coin toss on major life decisions and subsequent happiness. the National Bureau of Economic Research, Working Paper 22487.

Lotter, W. (2016). Zündstoff: Intuition und Vernunft sind keine Gegensätze. Sie ergänzen einander ideal. brand eins.

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Seit Juli 2014 veröffentlicht die populärwissenschaftliche Zeitschrift Psychologie Heute einen Blog mit dem Titel ‚Der psychologische Blick‘. Jeden zweiten Dienstag schreibt darin einer von derzeit vier Kolumnisten, darunter die Autorin dieses Blogs, über aktuelle Themen aus Alltag, Gesellschaft und Wissenschaft.