dreieinhalb antworten.
kurzinterview in der zeit.

10 Okt





Jede Woche stellt die ZEIT einer Person aus der Scientific Community 3 1/2 Fragen und dieses Mal war ich an der Reihe. Eine gekürzte Version meiner Antworten wurde sowohl im WISSEN-Teil der heutigen Print-Ausgabe als auch im heutigen WISSEN3-Newsletter veröffentlicht.

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Was brauchen Sie heute im Beruf, was Sie im Studium nicht gelernt haben?
Als Wissenschaftlerin arbeite ich in einem Beruf, in dem die Inhalte eng mit dem Studium verknüpft sind und sich gleichzeitig immer weiterentwickeln. Gerade lese ich viel zu politischer Psychologie, das kam im Studium damals nicht dran, ist aber hochinteressant.
Im Beruf braucht man aber natürlich mehr als das, bspw. auch Neugier, Begeisterungsfähigkeit und Durchhaltevermögen. Das lernt man eher im Leben als in der Lehrveranstaltung, z.B. indem man sich in vielfältigen Bereichen neben Studium (und Beruf) engagiert und so oft wie möglich über den Tellerrand schaut.

Welches wissenschaftspolitische Problem lässt sich ohne Geld lösen?
Wissenschaftliche Karrieren könnte man kostenneutral attraktiver gestalten, z.B. mit der Einführung von Departmentstrukturen. An der HUB diskutieren wir gerade an mehreren Instituten, wie das konkret aussehen könnte. Das Ziel: Eine nachhaltige Personalstruktur, in der Grundmittel in unbefristete Stellen investiert werden und befristete Postdoc-Stellen in Tenure-Track-Professuren aufgewertet werden. Dadurch sollen Hierarchien abgebaut und auch das Wissenschaftsmanagement professionalisiert werden, um (unter anderem) international anschlussfähig zu werden.

Lektüre muss sein. Welche?
Wer wir sind: Die Erfahrung, ostdeutsch zu sein von Jana Hensel und Wolfgang Engler und Lütten Klein: Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft von meinem Kollegen Steffen Mau werde ich als nächstes lesen und freue mich schon darauf. Wie meine eigene ostdeutsche Herkunft mich und mein Leben prägt, habe ich lange Zeit übersehen und freue mich, dass ostdeutsche Perspektiven auch im öffentlichen Diskurs endlich an Bedeutung gewinnen.

Und sonst so?
Über Studium und Lehre, gute Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft und Departmentstrukturen, Forschungsförderung in Ostdeutschland und vieles mehr wird auch bei SPDWisspol diskutiert, einem wissenschaftspolitischen Netzwerk von Menschen mit sozialdemokratischer Haltung. Wer Lust hat, kann mitdiskutieren: http://spdwisspol.de